Der Karmann Ghia
Der Karmann Ghia lief fast zwanzig Jahre lang vom Band und brachte es dabei auf stolze Stückzahlen. Doch inzwischen ist das originelle Modell aus dem alltäglichen Straßenbild fast verschwunden. Längst gilt er als Oldtimer und dabei hat er nichts von seiner Attraktivität verloren.
In knapp neunzehn Produktionsjahren wurden insgesamt 468.827 Exemplare gebaut, davon 80.626 Cabriolets.
Die wichtigsten Stationen der Modellgeschichte
Im August 1955 liefen bei Karmann in Osnabrück die Bänder an. Als Antriebsaggregat dienten dem flotten Wagen auf VW-Käfer-Basis der 30 PS starke Käfer-Motor mit 1192 ccm Hubraum. Obwohl der Wagen gleich von Anfang an mit 7.500 DM nicht eben ein Schnäppchen war, war die Nachfrage hoch.
Am 22. Oktober 1956, also nur 14 Monate nach der ersten Präsentation in Georgsmarienhütte, läuft das 10.000. Karmann Ghia Coupé vom Band.
1957 wurde auf der 38. Frankfurter Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) die Cabriolet-Version vorgestellt. Ein stärkerer Motor mit 34 PS, vollsynchronisiertes Getriebe und asymmetrisches Abblendlicht sind die wesentlichen Neuerungen ab 1960. Ein Jahr später erhalten die Ghia-Modelle eine Art „Wegfahrsperre“ in Form eines Getriebeschaltschlosses.
1965 gab es wieder Leistungszuwachs: 40 PS aus 1300 ccm Hubraum. Neu war von nun an auch die Vorderachse. Mit nur noch vier Schmierstellen war sie weitgehend wartungsfrei, die alte Bundbolzenvorderachse hatte ausgedient.
Nach den Werksferien 1966 zeigten sich die Ghias mit vorderen Scheibenbremsen, neuer Armaturentafel – teakholzgemaserte PVC-Furnierfolie – und natürlich mit einem weiteren Leistungsplus: Die Maschine des VW 1500 leistete jetzt 44 PS.
Ab September 1967 war gegen Aufpreis erstmals ein halbautomatisches Getriebe lieferbar.
1970 erhielt der Karmann Ghia wieder einen stärkeren Motor, diesmal mit 50 PS Leistung. In dieser Ausführung, von zahlreichen optischen Retuschen einmal abgesehen, wurden die beiden Ghia-Modelle bis Juli 1974 unverändert weitergebaut. Die Produktion war zu diesem Zeitpunkt bereits gedrosselt und lief mit Beginn der Werksferien aus.